Den König der Alpen im Visier!

Nachdem ich dieses Jahr schon bereits 3x  Mal das Vergnügen hatte Steigeissen,  junge Kitze, sowie Steinböcke im Teenager Alter zu fotografieren, wollte ich nun den König der Alpen in voller Pracht vor die Linse bekommen.
Als ich das letzte Mal (Sonntag 12. Oktober) auf das Schiahorn war, begegnete ich einem Jäger. Sein Ziel war es, eine Steigeiss zu schiessen damit er die Erlaubnis bekommt einen Steinbock zu schiessen. So sind scheinbar die Regeln in der Jägerwelt.
Er hatte einen Fernrohr dabei. Wir unterhielten uns eine Weile. Dabei erfuhr ich einiges über das Wild in unserer Gegend! Solche Begegnungen finde ich spannend und lehrreich!  Als ich im erklärte, dass ich unbedingt Mal einen grossen Steinbock fotografieren will, nahm er das Fernrohr aus dem Rucksack und hielt Ausschau. Bereits nach kurzer Zeit durfte ich durch das Fernrohr schauen und sah auf der anderen Seite des Hauptertällis am Haupterhorn die Steinböcke. Wow, nun weiss ich also wo ich sie finden kann. Die Böcke leben während dem Jahr getrennt von den Weibchen. Im Dezember ist Brunftzeit und da ändert sich das natürlich für eine kurze Zeit.
Letzten Sonntag war es soweit. Ausnahmsweise wollte ich nicht alleine auf der Fotopirsch gehen. Um an die Steinböcke ranzukommen, musste man in recht unwegsames Gelände wagen. So war ich froh, dass mich mein Freund Stefan Schmucki begleitete. Wenn irgendwas einem passiert, ist man alleine evt. aufgeschmissen. In der Bergwelt sowieso.

Um 6.00 brachen Stefan und ich auf Richtung Strelapass. Nachher folgten wir dem Wanderweg durch das Hauptertälli. Nun kam die Stelle, an der ich vermutete das wir links Richtung Haupterhorn abbiegen müssen. Das Gelände war zum Glück einfacher als es von weitem aussah. Aber auch nur, wenn man gewöhnt ist sich in Berggelände zu bewegen.

Nun also mussten wir bald den Seinböcken begegnen, wenn sie immer noch an gleicher Stelle waren wie vor einer Woche.
Yes!! Plötzlich entdeckten wir sie in einer Flanke. Wir zählten an die 20 Steinböcke. Steinböcke wie sie im Buche stehen.
Für mich sind Steinböcke prächtige, stolze, faszinierende Tiere! Und wir hatten sie vor uns! Der König der Alpen eben!

Nun galt es, an sie ranzukommen. Es gibt sicherlich Gebiete in der Schweiz, wo es Steinböcke gibt, die an Menschen gewöhnt sind und praktisch keine Scheu zeigen. Das war bei unseren Steinböcken anders. Am Anfang hatten sie ein wenig Angst als sie uns entdeckten. Wir hatten im Gelände auch fast keine Change auf Deckung. Es war ein ganz spezieller Pfiff, der uns das verriet. So näherten wir und ganz langsam. Wir waren nun in so richtigem Steinbockgelände. Wir mussten die ganze Zeit aufpassen, nicht im steilen Gelände abzurutschen. Während die Steinböcke problemlos sich durch felsigen Abschnitte bewegten. Was sind wir doch für armselige Kreaturen im Gebirge gegenüber solchen Prachtstieren!
Mit der Zeit gewöhnten die Steinböcke ein wenig an uns. Meine Zeit war gekommen! Kamera raus, Zoom montiert und losgings! Es stellte sich heraus, dass Steinböcke auch neugierig sein können. Während sich die Meisten Steinböcke irgendwo in den Felsen verzogen, blieben einige zurück und stellten sich als Modell zur Verfügung. So ging mein Traum in Erfüllung! Ich durfte den König der Alpen von ca. 20-30m Entfernung fotografieren. In solchen Augenblicken vergesse ich alles um mich herum. Es sind Momente, das ich gar nicht so richtig in Wörter fassen kann. Es sind einfach nachhaltige Gefühle, die mich glücklich machen! Oft schaue ich die Bilder am PC an und schwelge in Erinnerungen an die schönen Naturerlebnissen.

Es war cool, diesen Steinbockerlebnis mit einem guten Freund teilen zu dürfen! Zurück in Davos waren wir schnell! Ich denke, es war nicht die letzte Expedition die wir zusammen gemacht haben.
Vor lauter Steinböcke, habe ich vergessen Stefan in Lauerposition zu knipsen. Als ich kurz daran dachte, war er nirgendwo zu finden. Wie sich später herausstellte, musste er was persönliches im Gelände erledigen. Das passte den Seinböcken bestimmt nicht! Bin überzeugt, als wir weg waren wurde das Revier wieder neu parfümiert und markiert!

 Mehr Bilder in der Galerie…

 

 

2 Comments

einmalige Bilder. Schön lässt Du uns an deine Erlebnissen teilhaben. Möchte natürlich dies auch einma erleben…wenigsten habe ich ja die auf dem Steinbockweg beobachten können.ca

Hallo Walter super Bericht…vor allem keine Bemerkung über meine Kondition ohne Karbon….ja das lässt noch zu wünschen übrig. Freue mich auf neue Expeditiönli mit dir. Stefan

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